HINTERGRUND

Produzent Peter Czernin musste nur die ersten 30 Seiten von Laura Wades Theaterstück „Posh“ lesen, das ihm von ihrer Agentin zugeschickt worden war, um restlos begeistert zu sein. Er erklärt: „Ich fand sofort, dass es sehr witzig ist, von einer unverkennbaren Stimme geschrieben, also optionierten wir den Stoff. Einige Zeit später wurde das Stück am Royal Court in London mit immensem Erfolg aufgeführt und schlug richtig hohe Wellen, also begannen wir mit der Arbeit am Drehbuch.“ Er fährt fort: „Ein solches Stück oder einen solchen Film habe ich schon seit Jahren nicht mehr gesehen. Mir gefiel diese Mischung aus Witz, Unterhaltung und Substanz, durch die sich als überaus interessantes Thema die Frage danach zieht, wodurch sich das Klassensystem definiert und wie es das Leben der Menschen in Großbritannien zum Guten wie zum Schlechten beeinflusst.“


Laura Wade, die ihr eigenes Stück für die große Leinwand adaptierte, meint: „Ich denke, dass wir fasziniert sind von dieser Gesellschaftsschicht, zu der wir nicht gehören. Und dass wir es genießen, dabei zuzusehen, wenn sich reiche Menschen übel aufführen. Es übt eine gruselige Faszination auf uns aus, eine Welt mitzuerleben, die nichts mit der unseren zu tun hat.“ Wade ist überzeugt: „Die Zuschauer sollen ahnen, dass die Jungs, denen sie zusehen, eines Tages an den Schalthebeln der Macht sitzen werden. Sie sind die Leute, die ganz nach oben kommen, in der Politik, im Finanzsystem und in der Justiz. Die entscheidende Frage ist: Wie viel von dem, was einen in diesem jungen Alter auszeichnet, ist noch da, wenn man älter ist – oder handelt es sich lediglich um junge Menschen, die einfach nur Dampf ablassen?“